Kritik_wie geht das?

Kritik – wie geht das?
- hieß es in der SZ vom 23. 12. 09
… die beiden Studenten (die abgebildet und interviewt wurden) können jedoch nicht ausmachen, woran das liegt… Ferien … Prüfungsstress … einfach fertig?
Auch ich habe mich umgehört, warum der eine oder andere nicht mehr streikt: “ ich bin streik - müde“, hieß es. Das euphorische Gefühl der gemeinsam empfundenen Unzufriedenen, das sich bei einem vollbesetzten Audimax eingestellt hatte, war verflogen.
In der Welt der Konkurrenz wo jeder gegen jeden beweisen will, dass er mehr kann und dass er es besser kann als die andern, begeistert es die Menschen praktisch zu erfahren, dass es ganz viele gibt die diese Konkurrenz eigentlich (oder in diesem Moment) auch nicht haben wollen. Man hat bemerkt, dass ganz viele Menschen, die sonst wechselseitig als Gegner auftreten mit einem selbst die Unzufriedenheit mit dieser Lage teilen.
Ihr seid nicht über die pure Unzufriedenheit anlässlich der Auswirkungen der Bologna-Reform hinausgekommen. Obwohl Ihr ganz viele AG’s gebildet habt. In diesen AG’s hat man sich mit ganz viel beschäftigt: Programm, Information, Interne Vernetzung, Presse, Rechtschreibkorrektur, Reinigung, VoKü, Wiki und Web-Auftritt … sicher alles wichtige Beiträge zur Organisation des Protestes. Da wart ihr sehr arbeitsam. Aber zum eigentlichen Gegenstand des Protestes: Bildung und Wissenschaft in dieser Gesellschaft – dazu habe ich keine AG gefunden. Oder war das die Aufgabe der AG Inhalte?
Die Verständigung über den Inhalt des Protestes kann man doch nicht an eine Unter-Gruppe delegieren! Das sieht ja so als denke man, dass man nur ein Forderungspapier – wie den Wunschzettel ans Christkind – aufstellen müsse, und dann würden sich die Massen schon dahinter einreihen.
Darin – im Inhalt der Kritik - läge jedoch die sachliche Gemeinsamkeit aller Studenten. Das fundierte Urteil über diese Gegenstände wäre die wirklich tragende Gemeinsamkeit des Protestes. Diese tragende Gemeinsamkeit gilt es jedoch erst herzustellen. Da ist Erkenntnistätigkeit nötig und Überzeugungsarbeit. Ein bisschen missionarisch muss man schon sein, wenn man andere von etwas überzeugen will.
Die Masse der Studenten haben sich nicht hinter euere Forderungs- und Positionspapiere gestellt. Jetzt sucht ihr nach Methoden, wie man Massen-Entscheidungsprozesse herbeiführen könnte. Da ist auf dem Weg von der unmittelbaren Feststellung: „Mir passt an der Bildung in dieser Gesellschaft etwas nicht“ hin zu: „Da muss man was tun!“, Entscheidendes verloren gegangen:
Verloren gegangen ist zu forschen woran es liegt, dass die Erfüllung eigener Ansprüche an Bildung und Gesellschaft scheitert. Vergessen wurde zu beurteilen was schlecht an den Mitteln ist, die man vorfindet; warum sie sich als unpassend zur Erfüllung eigener Bedürfnisses erweisen.
Darin steckt einerseits der Standpunkt des Menschen, sich als Subjekt seiner Verhältnisse aufzufassen, was bedeutet, es solle danach gehen wie es mir gut tut. Dass jeder Mensch sich zum Maßstab der Umstände macht, ist nichts Verkehrtes. Auch wenn das frühere Philosophen als Vermessenheit verurteilt haben. Es gehöre sich nicht, dass man sich selbst zum Maßstab macht. Aber das ist kein Fehler, das gehört sich so! Wenn heutzutage so viel kritisiert wird, ist es meist so, als würden die Kritiker Scheu davor haben, sich beim Kritisieren auf sich selbst zu berufen. Bei der Durchführung der Kritik wird dann vergessen, dass das geschädigte eigene Interesse der Ausgangspunkt war.
Oder mal wissenschaftstheoretisch gesprochen: Gefühle haben die Form von Vergleichs-Urteilen. Das Subjekt vergleicht die eigenen Ansprüche mit dem was die Welt hergibt und reagiert ganz unmittelbar mit einer Empfindung. Wenn das Baby wegen Hunger brüllt, hat es sozusagen den Forderungskatalog: „Fläschchen!“ oder „Mutterbrust!“ Zur Reflexion darüber, ob ein Fläschchen oder die Mutterbrust das geeignete Mittel zur Stillung des Hunger ist, kann man es sinnvoller Weise noch nicht auffordern. Euch möchte ich aber schon auffordern, über den Standpunkt eines Wunschzettels hinauszukommen.
Was Ihr und einige Journalisten als große Aufbruchstimmung bejubelten, hat leider überhaupt nichts Umstürzlerisches in der Durchführung des Protestes. Wie kann ich das behaupten?
Auf der Einladung zum öffentlichen Plenum am 22.12.09 hieß es:
Wir wollen… kritisches und freies Denken als Grundpfeiler von Bildungseinrichtungen
„Freies Denken“ - Das braucht Ihr doch nicht zu fordern! Das ist ein Pleonasmus. Das Denken macht jeder allein in seinem Kopf. Dass die studentischen Proteste sich keine Inhalte von der Politik und dem existierenden Gemeinwesen vorgeben lassen – davon kann keine Rede sein! Da wird dann ganz frei darüber nachgedacht, wie man sich an der Umsetzung der Bologna-Reform beteiligen könnte. Dass sie auf der Tagesordnung steht, das hat man sich vorgeben lassen.
Wer mit kritischem Denken gemeint hat da käme es darauf an, dass man sich von den Lehrern, der Herrschaft, der Obrigkeit, den Politikern, der Presse nicht einfach alles vorsetzen lässt und wiederkäut sondern erst mal prüft, um was es da geht, täuscht sich.
Ihr habt mit Eueren Forderungskatalogen und Demo-Flyern mustergültig vorgeführt, das dass Lernziel des demokratischen Bildungswesens - kritisches Denken in demokratischer Diskussionskultur ausbilden – bei Euch voll erreicht ist. In dem Protest wurde eine Haltung vor allem Nachdenken über Bildung praktiziert. Die ist also längst als Schlüsselqualifikation an Euch hergestellt. Ihr betätigt sie während des Protestes nun selbstbewusst und verantwortlich. Das wissen die Politiker und Journalisten zu schätzen als systemkonform.
Beispiel:
Herr Heubisch kommentiert die Studentenproteste damit, dass er dafür sehr viel Verständnis habe. Protestieren gehöre nun einmal zum Student-sein dazu. Er kenne das Studentenleben, immerhin habe er sogar zweimal studiert.. Jeder Student müsse einmal proteststieren.
Kritik in der modernen Demokratie führt also nicht zu einem Zerwürfnis mit dem Gemeinwesen. Obwohl dieses Gemeinwesen dauernd Gründe zur Kritik liefert. Das ist schon komisch. Die allseits geübte Kritik führt nicht zu einem Zerwürfnis zwischen den Menschen die kritisieren und denen, die für die kritisierten Zustände verantwortlich sind. Kein vorbildlicher demokratischer Kritiker kommt zu dem Schluss: jetzt kritisiere ich schon so lange und es ändert sich nichts - jetzt bin ich gegen den Staat und gegen diese Wirtschaftsordnung. Konstruktive Kritik dagegen will „aufbauend sein“, d.h. an dem von Oben angesagten Programm mitarbeiten und es nicht zurückweisen. Der Wissenschaftsminister weiß also zu schätzen, dass die zukünftige Elite sich kritisch an der Bildungsreform beteiligt.
Das war nicht immer so. Das musste erst gelernt werden. Die Argumente vor 40 Jahren gingen etwa so:
„Du hast was zu kritisieren an diesem schönen Gemeinwesen, am Vietnamkrieg, an Schah Persien, an der Bild-Zeitung? und lässt diese Kritik auch noch praktisch werden durch Sit-Ins (so sagte man damals zu Blockaden) oder Sprengungen von Veranstaltungen an der Uni… ?“ Dann gab es erst mal Polizeiknüppel auf den Kopf! Und dann erging der Aufruf: „Geh doch nach drüben, in das alternative sozialistische System! Da wird man’s dir auch einbläuen. Damit du endlich kapiert, dass man da, wo man Kritik üben darf, gefälligst Kritik sein zu lassen hat!“ (Damals war das Verständnis von Kritik noch näher daran, dass man davon ausging, selbst Taten folgen zu lassen will, wenn man etwas dagegen hat.)
Die heutige Jugend hat keine Polizeiknüppel gebraucht, um kritisches Denken und konstruktive Kritik zu üben. Dafür hat das demokratische Bildungswesen erfolgreich gewirkt. Zu beobachten sind die Erfolge demokratischen Bildungswesens z.B. an den Demo-Flyern vom Mittwoch:
Auch 2010 - bis Taten folgen!
Taten der Politiker sind genug zu spüren. Deren Auswirkungen sind schließlich der Ausgangspunkt des Protestes gewesen. Wenn man sich jetzt hinstellt und den Politikern Untätigkeit vorwirft, dann sind die Taten der Politiker weggewischt. Die von der Politik mit ihren Maßnahmen und Gesetzen verfolgten Zwecke, unter denen man leidet, sind plötzlich nicht mehr Thema. Den Politikern wird dagegen die Aufgabe unerstellt, sie seien Erfüllungsgehilfen unserer Wunschzettel. Es wird in der Ausführung des Protestes so getan, als bräuchte man sie nur an ihre eigenen Gesetze erinnern, wie im Aufruf zur Demo am Mittwoch:
Wir erwarten, dass der Freistaat Bayern seinen verfassungsmäßigen Pflichten gegenüber Schulen und Hochschulen nachkommt … Versprechen müssen umgesetzt werden! … Herr Heubisch, setzte sie sich dafür ein, dass … Art. 131 der bayerischen Verfassung umgesetzt wird!
In diesem Einklagen einer Reaktion der Obrigkeit auf den Protest hat das Subjekt seine praktischen Gefühle des „passt mir nicht“ ganz systemkonform (noch vor dem Nachdenken darüber, was die Unzufriedenheit ausgelöst hat?) in allgemein anerkannte Titel umwandelt. Ihr habt Euere Unzufriedenheit mit dem Bildungswesen im Demo-Flyer vom Mittwoch so begründet:
Die Folgen schlechter Bildung tragen alle!
So als hättet man Scheu davor, sich auf sich selbst, seine Interessen zu berufen und so als hätte man sich von den Moralphilosophen belehren lassen, dass es eine Vermessenheit sei, wenn der Mensch sich zum Maßstab mache. Dann könnte man sich aber sein Interesse genau so gut vollständig abschminken und nicht so umständlich eins, zwei, drei, vier, viele Demos organisieren. Da machen es sich die sogenannten unpolitischen Untertanen, die sich gleich alles bieten lassen, wirklich leichter.
- davon geht man aus. Mit Kritik im engeren Sinn ist dann die Durchführung des Vergleichs gemeint. Man beurteilt was schlecht an den Mitteln ist, die sich als ungeeignet zur Erfüllung des Bedürfnisses erweisen. Wer die Bildung kritisiert, den Arbeitsmarkt, das Gesundheitswesen, der muss Bescheid wissen über das, was er kritisiert. Denn das bloße Urteil des unmittelbaren Gefühls – passt mir nicht – ist zu wenig. Die subjektive Messlatte: „ich habe ein unangenehmes Gefühl dabei“ ist zwar ernst zu nehmen, aber unzureichend. Man muss wissen was man beurteilt und man muss wissen welche Messlatte auf das passt, was man beurteilt.
Man muss ausdrücklich machen, was da in welchem Verhältnis steht zu meinen Ansprüchen. Eine unangenehme Erfahrung ist nämlich nicht automatisch kritikabel. Das müssen Kinder auch erst lernen.
Manches, das eine negative Erfahrung sein mag, kann man nicht kritisieren. Die aller negativste Erfahrung - den Tod kann man nicht kritisieren. Was wirklich notwendig ist, dem man wirklich nicht auskommt, das kann man nicht kritisieren.
Man muss also wissen, was man da gegenüber hat, das negative Erfahrungen auslöst.
Dass der Geist sagt: „Ich halte den Tod nicht aus!“ - .Darüber werden manche religiös, wünschen sich ein Leben nach dem Tod. (Bloß weil sie es im Kopf nicht aushalten, dass Menschen sterben.)
Das sind falsche Schlüsse aus dem, dass der Mensch sich zum Maßstab macht, wo es tatsächlich nicht hin passt
Ähnlich ist es mit dem Wetter. Was man nicht in der Hand hat, oder so lange man es nicht in der Hand haben kann, das verdient keine Kritik.
Bei gesellschaftlichen Gegenständen schaut das anders aus. Da heißt es prüfen! Da muss man Bescheid wissen über das Objekt.
Z.B. wenn Vokabeln lernen keinen Spaß macht,
- dann muss man schauen, ob das von einem Fehler der Schule kommt oder davon, dass es Schule ist.;
- dann muss man schauen, ob die Schule Fehler macht;
- ob die Schule eine schlechte Ausführung einer guten Sache ist;
- oder ob sie eine gute Ausführung einer schlechten Sache ist.
Das alles kann man nur beurteilen, wenn man sich der Schule zuwendet, sie beurteilt und sich von dem bloßen Gefühl der unangenehmen Erfahrung löst.
 
Fortsetzung folgt in der
AG Theorie
projektiert sind folgende Themen:
Kritik am Bildungswesen ausdrücklich machen:
1. Bildung in der Demokratie
·         was sind die Institutionen
·         was ist ihr Zweck
·         warum effektiviert der Staat die Ressource Bildung?
2. Wie kritisiert man Faschisten?
3. Wie kritisiert man die Burschis?
implizit:             Kritik – wie geht das? (Fortsetzung methodisch)
·         statt Kritik der Sache Rechtfertigung des Kritikers
·         die Beschwerde eingeleitet mit „ich finde…“
·         man ist Betroffener
·         „Ich bin als Student betroffen“
·         „Das ist undemokratisch, unsozial. ungerecht…“
·         der Glauben an Interessensharmonie
·         Ruf nach der Staatsgewalt
 

richtig und dennoch falsch

Ich stimme dir in sehr vielen Punkten zu, möchte jedoch einen kurzen anderen Blickwinkel aufzeigen.
'Freies Denken' passiert vor allem unter Ausschluss aller Ausschlussfaktoren. 'Denken' von indogermanisch 'teng' bedeutet 'fühlen'. Wer frei zu seinem Gefühl steht, egal ob gut oder schlecht, der hat erst die Möglichkeit frei zu denken. Unfrei unterdrückt jemand Gefühle und den Gedanken daran, wenn dieses sozial nicht als angemessen gilt, es resultiert Angst, die Furcht vor der Zurechtweisung.

Und das ist der springende Punkt: Beispielsweise auf dem internationalen Treffen IPBE war eine so gewaltige Wut in aller Beteiligter Magen aufgekommen und äusserte sich auch in der vorherrschenden Stimmung, dass das gesamte Wochenende weitgehend unproduktiv blieb. Die Wut staute sich und kam teils auf Grund der eigenen starren Organisationsstruktur nicht zu Tage, bis sie die Kontrolle mehr und mehr übernahm und sich in ängstlicher Unfähigkeit bis zum Durchbruch nach dem Umzug in A140 in ein ungeführtes Plenum wie ein gelöster Bann befreite.
Das Problem ist die Struktur, denn sie bedingt eine Anpassungsleistung die wiederum einem 'freien Denken' im Wege steht.

zu Kritik, alles richtig was du positivistisch schreibst, doch es ist auch von klarer Kritik ganz unverblühmt zu äussern: Dr. Heubisch, Herrn Huber kümmert es nicht im geringsten was die Studenten und Nichtstudenten dazu bewegt hat wohlgemerkt international Universitäten zu besetzen. Mitleid, Mitgefühl, der Wille zu Verständnis fehlt diesen Herren. Und man kann natürlich eine Struktur so lange erweitern, hin- und her- regeln lassen und so weiter bis die Bürokratie alleine herrscht. Und das ist das Ende von 'freiem Denken', denn man muss sein Gefühl in eine Form, ein Formular pressen.
All diese Regulierung zu rechtfertigen kommt aus unserem Bewusstsein dieser, ihr entstammender Unterdrückung, einem Verständnis das sich gegen den individuellen Menschen richtet und seine Erkenntnisse unterbinden oder nichten soll. Ich persönlich fühle mich von allen Macht zentrierenden Positionen durch den Charakter ihrer personellen Besetzung in meiner Würde verletzt und weiss, dass dies auch für alle meine Mitmenschen gilt.
Das (diese) Systemkritik zu fundamental und tief geht ist mir klar.
Jedoch ist das einzige was wir tun können und was uns die Fähigkeit verleiht weitgehend (um objektiver zu sehen) zu reflektieren, uns zu bilden ist direkt und subjektiv uns auszutauschen, frei zu äussern was wir denken, fühlen und gesehen haben, was auch im Plenum nicht in seiner sichtbaren drastischen Form erwünscht war. Ich meine, klar, wenn immer nur geklatscht wird ist da als bald kein Unterschied zum Musikantenstadl, aber wenn mir etwas Artikuliertes wirklich besonders gut gefällt, dann hindert mich keine Mahnung von irgendwem. Wozu auch? Ein bisschen unghalteneres Verhalten würde sich dem Anstreben einer Objektivität nur förderlich offenbaren:

Ich finde es derbste Scheisse was all dieses Getue einer Hochschulleitung angeht, wenn es um die Frage der Bildung geht. Ich kotze auf das Haupt von Amtsinhaber Huber. Es ist erbärmlich, das sich die Unileitung gegen ihre Funktion, der Sorge um die Bildung der Studenten stellt und rethorische wie strategische Massnahmen missbraucht/anwendet um das Bewusstsein resignieren zu lassen.

Darin sind wir irgendwie alle einig.

Worin wir wirklich einig sind oder noch werden können ...

 

Hallo Aooi, da liegen Deinerseits einige Missverständnisse des Textes vor. Zur Klärung bist Du auf den ersten AG-Termin herzlich eingeladen. Ich hoffe, wir kriegen am Mittwoch um 20:Uhr einen Raum. Aktuell schlage ich eine Eingrenzung der Thematik auf die Bologna-Erklärung vor. See you

Wäre es möglich...

...dich erstmal vorzustellen? Ich habe beispielsweise keine Ahnung wer du bist - warst du auf den letzten Treffen, bei Plena oder so? Bist du heute abend beim Vernetzungstreffen? Wieso hast du deine Ideen und Gedanken dort bisher nicht angesprochen und willst jetzt plötzlich eine AG gründen zu Problemen, die für viele vermutlich gar keine sind und so nie erläutert wurden?

Mich nerven diese Stimmen aus dem Off etwas.

Falls ich dir Unrecht tun sollte, entschuldige ich mich direkt - aber mir wäre nicht aufgefallen, dass irgendetwas in der Form jemals bei den Aktiventreffen in den letzten Monaten geäussert wurde. Ich finde nicht, dass man die von dir angesprochenen Punkte einfach ohne sie im Plenum vorzustellen in eine AG verlegen und dort besprechen kann. Was soll das bringen und vor allem: für wen? Wäre es möglich, dass du dies beim nächsten Plenum einfach mal konkretisierst?

Hmm. Geh ich recht in der

Hmm. Geh ich recht in der Annahme, dass du nicht (oder nicht viel) in die November- und Dezember-Proteste involviert warst?

In der Tat war die (weitere) Ausarbeitung inhaltlicher Standpunkte u.a. Aufgabe der AG Inhalte. Darüberhinaus gab's noch einzelne Zusatz-AGs z.B "Diversity", "Schule", und was auch immer sonst. Und als Zentrum die Inhaltsdiskussionen im Plenum - recht einhellig und produktiv zu Akademiezeiten, mit Verbreiterung der Teilnehmergruppen im Audimax dann sehr kontrovers und mit teilweise verhärteten Fronten. Manche hätte diese "quälend" genannt, für mich waren's eher Highlights... so oder so sind die in Grabenkämpfe und Methodenstreits zerfasert, Konsens gab es _trotz_ längster Diskussion kaum wirklich. Oder nur je nach Tageszusammensetzung des Plenums. - Zu sagen, man hätte über die Administration des Protests den Inhalt vergessen, würd mir jedenfalls zu kurz greifen - das Problem ist (durchaus zu meinem persönlichen Bedauern ;)) komplexer. Um's mal auf den einfachst denkbaren Nenner zu bringen: Die Ansichten der Aktivsten sind (offensichtlich) selbst innerhalb der Protestinteressierten nicht mehrheitsfähig, während ein möglicher breiter Konsens nicht in der Lage ist zu "aktivieren", also Begeisterung und Inspiration zu übermitteln, bei denen, die so einen Protest im Kern tragen müssen. Weitere Nebenkriegsschauplätze wie die Infiltrierung der AG Inhalte durch andere Gruppen will ich gar nicht erst aufmachen; ist ja irgendwo auch legitim, offene Gruppen, offener Protest, freies Land...

Und, kleiner Zusatz, die Forderung nach "freiem und kritischem Denken als Grundpfeiler der Bildung" muss natürlich schon zu Ende gelesen werden ;) - es ist korrekt, dass einige (und bei weitem nicht alle) junge Menschen in diesem Lande zu scharfem, freiem und kritischem Denken in der Lage sind... Das bedeutet aber leider natürlich nicht, dass damit diese Fähigkeiten als Zielpunkte schulischer und universitäter Bildung verankert werden.

Ich wünsch trotzdem viel Erfolg im Theorie-Workshop! ;) Vielleicht ist er ja ein Beitrag gegen die Ratlosigkeit.

Du gehst recht - z.T. -

 

aber welchen Abbruch tut das an dem Inhalt der aufgeschiebenen Argumente? Wünsch uns nicht bloß viel Erfolg, sondern trage dazu bei! Ich habe für Mittwoch, 20:00 Uhr einen Raum beantragt.